COWBOY

Bergrücken zeichnen Silhouetten in den Himmel. Letzte Sonnenstrahlen werfen ihr Restlicht über die Ebene im Westen. Schatten macht sich breit.

Ford GT 40

Das rostige Schiebetor lässt sich nur schwer öffnen. Verborgen in den harten Schatten des Neonlichtes kauert tief geduckt ein metallener Korpus wenige Zentimeter über dem groben Werkstattbeton.

Unter einem Mantel aus Staub verborgen schimmern blauschwarze Rundungen von Radkästen, zeigen grazile Atemöffnungen den Drang nach Luft und erdbeerrote Leuchten mahnen am Heck zu Abstand. Staub der letzten Jahrzehnte ziert das Werkzeug, das ohne ersichtliches System auf einer riesigen Werkbank verstreut liegt.

Schmierige Hämmer und Schraubenschlüssel, Stecknüsse und Ratschen. Ein Vibrationsschleifer hängt verloren an einer Steckdosenleiste. Alte Gurkengläser voller Schrauben, Muttern und Metallscheiben.

Zähigkeit und Geduld

Lange bevor er mit dem schrottreifen Ford GT 40 in die Scheune einzog, hatte die Birke vor seinem Fenster Wurzeln geschlagen. Von der Zähigkeit und Geduld des Bäumchens konnte auch der Mensch etwas lernen.

In den kurzen Pausen an denen er nicht an dem Oldtimer schraubte, hatte er es sich zur Angewohnheit gemacht sich an das Fenster zu stellen und auf die Birke zu starren. Dreizehn Jahre lang.

Nun waren die letzten Handgriffe getan. Während sein Blickt auf seine rissigen Hände fällt, vergleicht er insgeheim die Einsamkeit der Birke mit seiner Einsamkeit. Sie waren verwandt.

Auf meinen Recherchen traf ich den eindrucksvollen Rainer Pokorny. Der Autodidakt baute in seiner idyllischen Werkstatt dreizehn Jahre an einer Legende der Fahrzeuggeschichte. Einem Ford GT 40.